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18th July
2010
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Riad bei Nacht

Riad bei Nacht

Endlich hat es geklappt. Ich kann im Ausland arbeiten. Von Juni bis voraussichtlich Ende Oktober bin ich beruflich im Königreich von Saudi Arabien unterwegs.
Heute ist mein 23. Tag in Saudi Arabien. Ich habe bereits unglaublich viel erlebt und möchte meine Erlebnisse mit euch teilen. Dies ist der erste Blogeintrag meiner Saudi Arabien Reise.



Ankunft und die ersten Tage in Riad

Am 22. Juni bin ich in Riad angekommen. An diesem Tag hatte  es 43 Grad Celsius und diese unglaubliche Hitze habe ich dann auch beim Ausstieg aus dem Flugzeug zu spüren bekommen. Die Luftfeuchtigkeit in Riad ist allerdings sehr niedrig, wodurch die hohen Temperaturen eigentlich noch recht erträglich sind. Hinzu kommt noch, dass man sich im Alltag ausschliesslich in klimatisierten Räumen bewegt. Alle Hotels, alle Taxis und Fahrdienste, und die ganzen Bürogebäude sind klimatisiert. Man gerät eher in Gefahr sich eine Erkältung einzufangen, weil die Klimaanlagen oft sehr kalt eingestellt sind und man in einem Hemd eindeutig zu leicht bekleidet ist. Man sollte immer eine leichte Jacke bei sich tragen.

Bevor ich meine Reise nach Tabuk antrat, hatte ich noch ein paar Tage Zeit einige Einkäufe in Riad zu unternehmen. Am 23. Juni wurden wir noch in das Fal Compound zum Barbeque und anschließendem Fussball schauen eingeladen. Am Freitag ging es dann mit dem Flugzeug aus Riad über Medina nach Tabuk. Das letzte Stück von Tabuk nach Haqil haben wir mit einem 4 x 4 Toyota Land Cruiser über die Autobahn zurückgelegt.

Haqil

Mein erstes Ziel nach Riad war Haqil,ein kleines Dorf an der nordwestlichen Küste Saudi Arabiens, ca 200 Km von der Stadt Tabuk entfernt.


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Wir waren in einer kleinen Pension untergebracht, da es für Ledige in einer Stadt dieser Größe schwierig ist ein Hotel zu finden. In Haqil exisitieren nur ein paar Ferienhäuser, die jedoch ausschließlich an Familien vermietet werden. Die Landschaft um Haqil herum gestaltet sich sehr einfach: Wüste und steile Gebirge zur einen Seite und, der interessantere Teil, das Rote Meer mit seinen Stränden zur anderen Seite. Ein paar sehenswerte Fleckchen gab es jedoch. Ich passierte unter Anderem ein auf Grund gelaufenes Frachtschiff und eine Gebirgsschlucht mit biblischem Hintergrund. Der Sage nach soll die Schlucht von Moses in das Gebirge geschlagen worden sein, als er bei der Befreiung der Israeliten aus Ägypten das rote Meer teilte. Schaut euch einfach die Bilder an. War ganz schön beeindruckend.

Frachtschiff

Aufgelaufenes Frachtschiff

Moses Gebirgsspalt

Moses Gebirgsspalt

Gebirgsspalt mit Palme

Gebirgsspalt mit Palme

Die Saudis sind alle super nett und hilfsbereit. Man wurde überall mit großer Gastfreundschaft Begrüßt. Bei der Ankunft an einem Einsatzort gab es erst mal gesüßten Schwarztee, den typischen mit Kardamon versetzten arabischen Kaffee und Datteln. Die Zusammenarbeit war insgesamt sehr angenehm.

Im Bezug aufs Essen beherbergt Haqil lediglich eine Hand voll kleiner Lebensmittelgeschäfte und arabische, türkische oder libanesische Restaurants. Alle Restaurants bieten zum Mittag- oder Abendessen das arabische Nationalgericht “Kabsa” an. Kabsa besteht aus gekochtem, bzw. aus gebratenem Reis mit Gegrilltem Hühnchen, Rind, Lammfleisch oder Fisch. Zusätzlich zum Hauptgericht wird noch dünnes Fladenbrot, oder Beilagen wie z.B. Hummus (Kichererbsenbrei) oder Taboulé (Kous Kous Salat) gereicht.Traditionell wird es in einer sehr großen Schale auf dem Tisch (falls man zu Tisch isst) oder auf dem Boden (falls man zu Boden isst) gereicht. Vor dem Essen wäscht man sich gründlich die Hände, denn im arabischen Raum ist es üblich die Speisen mit der Hand zu sich zu nehmen. Die einheimischen zerteilen das Fleisch und reichen einem dann meistens die besten Stücke. Man sollte versuchen langsam zu essen, weil man von den Gastgebern mehrmals aufgefordert wird noch etwas zu essen und man sich erst mal daran gewöhnen muss, nicht den Teller leer zu essen :D .

Kabsa

Kabsa

Nach der Arbeit konnte man nicht wirklich viel in Haqil unternehmen. An einem Abend haben wir im Zentrum eine Shisha Bar gefunden und haben bei Schwarztee und Shisha das Achtelfinal-Spiel Spanien gegen Portugal angeschaut.

Krebs

Tafelberg

Tafelberg



Aqaba in Jordanien

Haqil liegt direkt an der jordanischen Grenze, weshalb wir uns entschieden, über das Wochenende die Stadt Aqaba in Jordanien zu besuchen. Aqaba liegt etwa am nördlichsten Punkt des rechten Seitenarms des roten Meeres und ist die einzige Hafenstadt Jordaniens.


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Obwohl Aqaba nur etwa 50Km von Haqil entfernt liegt, dauerte die Fahrt trotzdem etwa 2 1/2 Std. Der Grund dafür war die Lange Wartezeit beim Grenzübertritt.
Der Besuch in Aqaba war wie ein kurzurlaub :D . Wir saßen am hoteleigenen Strand, schwammen im Pool und genoßen unser kühles, frisch gezapftes Bier (In Jordanien ist der Alkohol Ausschank in lizensierten Hotels erlaubt). Abends haben wir dann noch die Innenstadt Aqabas besucht.

Maqna

Nachdem wir unsere Arbeit in Haqil abgeschlossen hatten, ging die Reise weiter nach Maqna, einem noch kleineren Dorf, ca. 200 Km südlich von Haqil gelegen.


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Maqna war Haqil sehr ähnlich. Zwei Highlights gab es jedoch. Wir sind im roten Meer zum Schnorcheln gegangen und haben eine Insel namens “Schu Schu” besucht.

Nach der Arbeit sind wir in der Abenddämmerung zum Schnorcheln gefahren. Das rote Meer ist einfach nur Traumhaft. Man sieht hunderte Fische verschiedenster Gattungen und riesige Korallenriffe, Langusten, Seeigel, Seesterne uvm.. Ich hab es sehr genossen. Schaut euch einfach die Bilder an.

Schnorcheln im roten Meer

Schnorcheln im roten Meer

Gelber Fisch

Gelber Fisch

Splash!

Splash!

Ein Clownfisch bei seiner Anemone

Ein Clownfisch bei seiner Anemone

Am letzten Tag vor dem Antritt der Rückreise nach Riad haben wir noch die Insel Schu Schu besucht. Schu Schu ist eine kleine, unbewohnte Insel, etwa 30 Km von der Küste entfernt. Die Insel ist ein riesiger Sand- und Korallenhaufen und wird von unzähligen Einsiedlerkrebsen, Möven und ab und zu auch von Wasserschildkröten bewohnt. Als wir unsere Arbeit auf der Insel abgeschlossen hatten, haben die Bootsführer Riesenmuscheln aus dem Meer gefischt und sie für uns zubereitet (Lediglich das Muschelfleisch aus der Muschel geholt). Nach anfänglichem Zögern hab ich dann einen Bissen probiert. Das Muschelfleisch schmeckt sehr gut und ist vergleichbar mit Surimi oder Mießmuscheln. Der Inselbesuch war auf jeden Fall das Highlight der ersten Site Survey. Ich hoffe ich werde noch weitere Inseln besuchen können.

Ein Einsiedlerkrebs

Ein Einsiedlerkrebs

Muschelfleisch

Muschelfleisch

Besuch der Insel Schu Schu

Besuch der Insel Schu Schu


Zurück in Riad

Wieder zurück in Riad angekommen hatten wir zum ersten mal auch die Zeit etwas in Riad zu besichtigen. Das bekannteste und auffälligste Gebäude Riads ist eindeutig der Kingdom Tower (auch Al Mamlaka genannt). Dieser war dann auch unser erstes Sight Seeing Ziel in Riad.
Im Erdgeschoss des Kingdom Towers gibt es eine große Mall, die sich über 3 Stockwerke erstreckt, wobei die ersten zwei Stockwerke für jedermann zugänglich sind, der dritte Stock jedoch nur von Frauen besucht werden darf. Am höchsten Punkt des Kingdom Towers gibt es eine Aussichtsplattform, von der aus man, je nach Luftgegebenheiten, ganz Riad sehen kann. Der Kingdom Tower ist auf jeden Fall einen Besuch Wert.

So, das wars fürs erste. Viele Grüße aus Saudi Arabien.

Riad bei Nacht

Riad bei Nacht

Robert und Ich vor dem Kingdom Tower

Robert und Ich vor dem Kingdom Tower






P.S.: Die besten Bilder meiner Saudi Arabien Reise könnt ihr euch unter folgendem Link anschauen:

KSA Photos




1 Comment

  1. 19/07/2010

    klingt voll toll!! Ich hab mir schon die Fotos bei Studi/Facebook angeschaut, aber so mit erzählung ist es noch besser…
    Freue mich schon auf mehr Berichte!

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