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11th April
2009
written by th0m4d
Quelle: www.endedesinter.net

Quelle: www.endedesinter.net

Wer an die Entwickler von Software denkt, sieht dunkle Keller mit Bildschirmreihen, vor denen bleiche Menschen (Anfang 20, unrasiert, ledig, männlich) vorwiegend nachts auf ihre Tastaturen einhämmern. Das Software-Entwicklung aber auch anders ablaufen kann, zeigt ein von Microsoft unterstütztes Projekt von AntMe! und der DHBW Friedrichshafen.

Im österreichischen Mellau im Bregenzer Wald treffen sich die 27 Studenten der Informationstechnik an der DHBW Friedrichshafen zusammen mit ihrem Dozenten Prof. Judt mit drei Entwicklern vom AntMe! Projekt.

AntMe! ist ein eigenständiges Projekt mehrerer junger Entwickler, die zwar hauptsächlich von Microsoft Deutschland gesponsort werden, aber auch andere Unterstützer haben. Das Ziel dieses Projektes ist es, Laien einen spielerischen Einstieg in die Programmierung zu bieten. Dabei richtet es sich an Eltern, Lehrkräfte und Kinder. Einem Ameisenvolk wird Leben eingehaucht, indem sein Verhalten programmiert wird. Das Spiel an sich ist mit grafischer 3D-Darstellung und der Simulation schon vorhanden. Der Spieler kann die Ameisen bewegen, Nahrung tragen und gegen Käfer kämpfen lassen. Schon nach wenigen Minuten sind die ersten Erfolge sichtbar, so dass sich das Spiel auf Messen (u.a. auf der Cebit in Hannover) zu einem beliebten Zuschauermagnet entwickelt hat.
Die Zusammenarbeit zwischen AntMe! und der Hochschule, die früher unter dem Namen BA Ravensburg Außenstelle Friedrichshafen lehrte, besteht bereits länger. Durch die Initiative von Prof. Judt nahm ein früher Jahrgang bereits an einer kooperativen Hüttenveranstaltung teil. Dabei wurden mehrere kleine Projekte erstellt, die vom AntMe!-Team verwendet oder weiterentwickelt werden.
Das Programm für den diesjährigen Aufenthalt auf der Hütte sah die Entwicklung eines AntMe!-Servers vor, der es ermöglichen soll, Online verschiedene Ameisenvölker gegeneinander antreten zu lassen und so auch den globalen Vergleich zu schaffen. Auch sollte getestet werden, wie lange es dauert, bis sich ein relativ großes Team von Entwicklern an den Microsoft Team Foundation Server (TFS) gewöhnt hat und effektiv mit diesem Werkzeug arbeiten kann.

Erster Tag

Am ersten Tag der Veranstaltung wurde schon kurz nach dem vollständigen Eintreffen des Kurses direkt mit dem offiziellen Teil begonnen. Er bestand aus einem Briefing und der Zuteilung einzelner Projektrollen zu den einzelnen Studenten. Im Folgenden sind alle Projektrollen und dessen Funktionen aufgelistet:

  • Gruppen-Projekt-Manager (GPMs) – Verantwortlich für die Schnittstellen zwischen den Modulen. Kommuniziert mit PMs.
  • Projekt-Manager  (PMs)  -  Verantwortlich für  die  im  System  vorhandenen  Module.  Kommuniziert  mit  GPM  der  eigenen Schnittstellen und seinen Entwicklern und Testern.
  • Entwickler (Dev) – Ist verantwortlich für die Entwicklung  Software.  Kommuniziert  mit seinem PM.
  • Tester (T) – Ist verantwortlich für die Verfikation und Validation des Quellcodes seiner Module. Kommuniziert mit seinem PM.

Das Briefing beinhaltete Informationen zum Ablauf des Projektes, die Vorstellungen des Kunden, sowie eine Einführung in das agile Vorgehensmodell  der  Softwareentwicklung  Scrum.

Nach der Einteilung der Rollen und dem Briefing wurde der Großteil des Kurses in den Feierabend entlassen. Die GPMs und PMs bereiteten jedoch noch in einem weiteren Meeting die Arbeit für den kommenden Tag vor.

Zweiter Tag

Nachdem der Großteil der Vorbereitungen am Vortag abgeschlossen wurde, konnte heute offiziell mit dem Software Projekt
begonnen werden. Der Tag begann mit einem Meeting der GPMs, PMs und den Microsoft Mitarbeitern, in dem der Tagesablauf und die zu erreichenden Ziele besprochen wurden. Nach dem Frühstück gingen dann auch die Entwickler und Tester an die Arbeit. Im ersten Schritt galt es das Konzept zu verstehen. Das Gesamtkonzept wurde besprochen, Ungereimtheiten und offene Fragen wurden geklärt. Die GPMs verteilten erste Aufgaben an die PMs, welche wiederum Arbeitsaufträge an Ihre Entwickler und Tester erteilten. Diese konnten dann mit der eigentlichen Entwicklungsarbeit beginnen. Nach dem Mittagessen wurde das Gesamtkonzept für besseres Verständnis noch etwas detaillierter beschrieben. Jeder ging gewissenhaft der ihm zugeteilten Arbeit nach. Das offizielle Ende des Tages wurde mit dem Abendessen eingeleitet,  manche  allerdings  arbeiteten  noch zusätzliche Stunden bis in den späten Abend um letzte, noch offene Arbeiten abzuschließen.

Dritter  Tag

Nachdem die vorherigen Tage hauptsächlich mit Eingewöhnung in die Projektstruktur und die damit verbundenen Techniken
verbracht wurden, kam die Entwicklung nun voll in Fahrt. Auch die Entwickler und Tester begannen an diesem Tag früher mit der Arbeit und so wurde schon vormittags reichlich geschafft. Im Laufe des Tages kamen, bedingt dadurch, das nun auch schon die ersten lauffähigen Programmteile existierten und diese miteinander harmonieren mussten, auch die ersten Probleme auf. Diese wurden natürlich in der Gruppe schnell besprochen und gelöst, manchmal schneller als die (G)PMs reagieren konnten. Unterbrochen nur durch das gute Essen wurde, wie auch schon vorher, den ganzen Tag durchgearbeitet und am Ende des Tages konnte dem Team von Microsoft ein System übergeben werden,  was  zumindest  teilweise  funktionierte und so zeigte, das sich die grundsätzliche Struktur für die Entwicklung des Servers eignete. Das Team von Microsoft konnte den aktuellen Stand nun mitnehmen und einer Bewertung unterziehen. Die Ergebnisse dieser Bewertung sollten am nächsten Tag bekannt gegeben werden.

Letzter Tag

Der letzte Tag der Hüttenveranstaltung wurde nicht mehr für Entwicklungsarbeit genutzt. Statt dessen lies man die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren, unterstützt auch durch diverse Vorträge. Einer dieser Vorträge befasste sich mit der Bewertung des in den  letzten Tagen erzeugten Systems durch das Team von Microsoft. Nachdem so der offizielle Teil der Veranstaltung abgeschlossen war, konnte mit den Aufräumarbeiten begonnen werden. Danach machten sich alle Teilnehmer wieder auf den Weg nach Hause.

Fazit

Im Großen und  Ganzen eine Gelungene Hütte. Die Arbeit hat mir gut gefallen. Durch die Isoliertheit, die vielen Menschen auf engstem Raum, das Kennenlernen neuer Technologien und den kurzen Zeitramen, herrschte ein ungewohntes, neues Arbeitsklima. Erstaunlich war, wie viel man innerhalb von 3 Tagen Arbeit auf die Beine stellen konnte. Die Angenehmen Rahmenbedingungen trugen auf jeden fall auch dazu bei. Die Hütte hat die Möglichkeit geboten Grundzüge von Software-Entwicklung im Zeitraffer zu betrachten. Diese Art des Workshops ist auf jeden Fall weiterzuempfehlen. Sie lässt sich bestimmt auf viele Weitere Arbeits-/Studienbereiche abbilden.


Ich bin gespannt wie die Arbeit auf der Mellauhütte weiter verwendet wird. Ich werde versuchen den weiteren Verlauf der Projektes zu verfolgen.




P.S.: Dank an die Authoren Xp und Jolle, die an diesem Artikel mitgearbeitet haben.

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